Beginenhof

Gestern

In der Blütezeit der Beginenbewegung Europas zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert lebten Frauen in insgesamt über eintausend Beginengemeinschaften von den Niederlanden bis nach Italien. Unverheiratete Frauen jeden Alters und unterschiedlicher sozialer Herkunft bildeten Gemeinschaften, in denen sie solidarisch wirtschafteten. Beginen trugen aufgrund ihrer unterschiedlichen handwerklichen und sozialen Arbeiten erheblich zur wirtschaftlichen Blüte der Städte bei und genossen hohes gesellschaftliches Ansehen bei den BürgerInnen.
Beginen waren zum Beispiel in der Tuchherstellung und Bierbrauerei tätig.
Sie waren Müllerinnen, Weberinnen, Baumeisterinnen, unterrichteten Frauen und Mädchen, engagierten sich für Arme, Kranke und Kinder als Krankenpflegerinnen, Hebammen und Ärztinnen.


Heute

Nach dem Vorbild der mittelalterlichen Beginenbewegung in Europa formten sich neue Initiativen des kollektiven Lebens und Arbeitens unter Frauen. Geben und Nehmen, Teilen und Voneinander-Lernen, wirtschaftlicher Erfolg und freundschaft-
liches Miteinander stehen bei dieser Art der Lebensgestaltung im Vordergrund.
Hauptsächlich in Deutschland enstanden seit Mitte der 1990iger Jahre mehrere Beginenhöfe sowie der Dachverband der Beginen.
In Österreich finden sich bei den Beginen mutige und starke Frauen zusammen, die sich frei entschieden haben gemeinsam einen Beginenhof ins Leben zu rufen und die Verantwortung zu teilen.


Der Hof

den wir aufbauen soll 7 - 12 Beginen, deren Kindern, Freundinnen und Gästinnen Wohnraum bieten.
Er wird Heimat, Urlaubsort, Erholungsraum, Arbeitsplatz, Alterssitz, Kindheitstraum und vieles andere sein. Es wird ausreichend Hektar Land für Nutztiere, Garten und Obstbau geben, in Alleinlage und einer klimatisch etwas wärmeren Gegend sein.


Die Frauen

die dort leben wollen, sind emotional und finanziell eigenständig, bereit für ein mutiges Wagnis und für einen neuen Lebensabschnitt. Sie sind auch bereit sich finanziell an dem Beginenhof zu beteiligen und gemeinsam mit den anderen Beginen die Verantwortung zu tragen. Sie erleben Vielfalt als Gewinn, können Konflikte konstruktiv lösen und wollen Leben in einer Frauengemeinschaft teilen, weil sie es können.


Die Solidarisierung

kann in unzähligen Formen passieren und ist in jeder erwünscht. Euer Know-How als Handwerkerinnen, Technikerinnen, Akademikerinnen, Lebens/Künstlerinnen ist ebenso wertvoll wie eure konkrete Mitarbeit. Um den Beginenhof überhaupt erstmal zu realisieren freuen wir uns besonders über finanzieller Unterstützung in Form von Spenden und Darlehen oder anderer materieller Zuwendungen.
Beim Aufbau und auch dem späteren Betrieb des Beginenhofes gehört ihr als Wanderbeginen oder als Förderbeginen wesentlich dazu.


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